Ein heißer Start in den Frühling
Letmathe, 21.04.2012, Hartmut Becker  Viel Applaus erhielten die Brabeckschüler für ihre Aufführung.
Letmathe. Ganz schön heiß haben am Freitag 17 Schülerinnen und Schüler der 7. Klasse der Brabeckschule den Frühling begrüßt.
Während einer einwöchigen Projektwoche erlernten sie unter Anleitung der beiden Feuerpädagogen und Feuerkünstler Dennis Görke und Johannes Lührs den „kunstvollen“ Umgang mit Feuer und studierten eine feurige Show ein.
Höhepunkt der Projektwoche war nun die Premiere eines spektakulären Auftritts der Brabeck-Feuerkünstler. Eingeladen dazu waren auch die Jungen und Mädchen der Kilianschule.
Sich langsam im Tempo steigernd, begleitet durch dramatische Musik und bestückt mit Feuertanzrequisiten, bewegen sich die Jungen und Mädchen in konzentrischen Kreisen und zeigen ihre Tricks.
Die Institution „Feuerpädagogik e. V.“ in Verbindung mit den Künstlern der Feuershowgruppe „Evil-Flames“ aus Dortmund knüpft mit dieser Aktion kulturgeschichtlich an die in diversen Kulturen verankerten Frühlings- und Osterfeuer an. Die Feuerexperten wollen mit dieser Projektwoche das Feuer wieder als kulturstiftendes Element erfahrbar machen und die Feuerkompetenz der Kinder schulen.
Initiator und Klassenlehrer Thilo Pelzing: „Auf diesem Wege können gerade unsere Schüler zeigen, wie viel „Feuer“ in ihnen steckt. Es ist die konsequente Weiterführung der Förderung des Selbstwertgefühls durch Jonglage mit einem großen Anteil an Selbsteinschätzung und der Einhaltung von Sicherheitsaspekten“. Das Projekt wurde durch Mittel des NRW-Landesprogramms „Kultur und Schule“ finanziert. Das Landesprogramm wendet sich an Künstler, die die Kreativität der Kinder fördern und das schulische Lernen ergänzen.
„Ich kämpfe für diese Schule bis zuletzt“
Letmathe, 06.03.2012, Helmut Rauer
 Rudi Müllenbach (r.) begrüßt Michael Scheffler an der Brabeckschule
Letmathe. „Ich kämpfe für diese Schule bis zuletzt“, sagt Rudi Müllenbach, Konrektor der Brabeckschule. Er fürchtet, dass das neue Konzept der „Inklusion“ vielen Förderschulen, und eventuell auch der seinigen den Todesstoß versetzen könnte. Deshalb suchte er jetzt das Gespräch mit dem Landtagsabgeordneten Michael Scheffler.
In dem Gespräch, verbunden mit einer Besichtigung der Schule, wies sich Müllenbach als glühender Verfechter der Schulform Förderschule aus. „100 Jahre haben wir gebraucht, um ein so hoch qualifiziertes Bildungsangebot zu errichten. Und das soll jetzt alles in wenigen Jahren zerbröseln!“, brachte er seine Besorgnis auf eine Kurzformel.
Die Brabeckschule habe hervorragende Pädagogen für lernschwache Kinder, argumentierte der Konrektor. Die Schüler fühlten sich hier sehr gut aufgehoben, und die Eltern hätten großes Vertrauen. Weiter zählte Müllenbach als Pluspunkte für den Standort Brabeckschule die gute Ausstattung (u. a. Lernschwimmbecken, Sporthalle, Nachmittagsbetreuung) auf. Und auch die vielen Auszeichnungen, etwa als bewegungsfreudige und berufswahlorientierte Schule.
Vor allem aber wies Müllenbach darauf hin, dass kaum ein Brabeckschüler ohne eine feste berufliche oder schulische Perspektive ins weitere Leben entlassen werde. Individuelle Betreuung, eine gute Vorbereitung auf die Berufswelt und Kontakte zu den Betrieben seien dafür ausschlaggebend.
Inklusion sei ein guter Gedanke, aber die Förderschulen dürften nicht ausbluten. Es wäre fatal, wenn nur wenige Schulen als Auffangbecken für Problemfälle übrigblieben. Auch Förderschulen seien reformbereit.
Michael Scheffler wies die Befürchtung vor übereilten Schritten zurück. „Wir führen keine Schließungs-, sondern ein Weiterführungsdiskussion“, berief er sich auf Grundsätze. Viel hänge vom Elternwillen ab. Er wisse von seinen Abgeordnetenkollegen und aus dem Schulministerium, dass die Inklusion nicht über Nacht, sondern behutsam und „mit Augenmaß“ eingeführt werde. Das ändere nichts daran, dass angesichts sinkender Schülerzahlen manche Schulstandorte aufgegeben werden müssten. Die Schulen selbst könnten natürlich Einiges für ihre Zukunftssicherung tun. Mit Blick auf den drohenden Arbeitskräftemangel in Deutschland komme es verstärkt darauf an, wie gut eine Schule auf Arbeitswelt und Berufsleben vorbereite.
Berufsförderungs-Konzept mit Auszeichnung belohnt
Letmathe, 12.12.2011, Hartmut Becker
Die Brabeckschule erhielt jetzt das Siegel als berufswahlorientierte Schule. Schulleiter Hans-Jürgen Luhmann und Konrektor Hans-Rudolf Müllenbach präsentieren die Auszeichnungen.
Es ist schon beeindruckend, wenn ein Besucher durch die Eingangstür die Brabeckschule betritt. Sofort fallen dem Betrachter zahlreiche Ehrenurkunden, Zertifikate und Auszeichnungen ins Auge. Jetzt ist eine ganz besondere Ehrung hinzugekommen, die Schulleiter Hans-Jürgen Luhmann und sein Stellvertreter Hans-Rudolf Müllenbach voller Stolz präsentierten: Der Schule wurde das Siegel als „Berufswahlorientierte Schule“ für die Jahre 2011 bis 2014 zuerkannt.
Dabei handelt es sich um eine Initiative der Bertelsmannstiftung in Kooperation mit den Wirtschafts-Junioren Hagen/Ennepe-Ruhr, dem Unternehmen Knipps und der Agentur Mark.
Dass die Schule dieses Siegel erhalten hat, ist maßgeblich ein Verdienst von Luhmann und Müllenbach, denn beide setzen sich seit mehr als zehn Jahren engagiert dafür ein, dass ein von ihnen entwickeltes Konzept zur Berufsförderung und Berufsorientierung ihrer Schülerinnen und Schüler mittlerweile ein Erfolgsrezept geworden ist.
„Eigentlich beginnt die Berufsorientierung bereits in der ersten Klasse“, so Hans-Jürgen Luhmann. Ob Werkunterricht oder Kochkurse, Besuche bei Handwerkern, die Girls- und Boys-Days, die Schülerbetriebspraktika oder Langzeitpraktika (zwei Tage Praktikum, drei Tage Schule), alles trägt dazu bei, um die Kinder und Jugendlichen bereits frühzeitig auf den Berufsalltag vorzubereiten.
Im Laufe der Jahre haben Luhmann und Müllenbach ein wahres Netzwerk aufgebaut, sie kooperieren mit dem Arbeitsamt, den BBZ, dem Internationalen Bund und der INAB; haben Kontakte zu Betrieben, beispielsweise Echtermann, dem Malerunternehmen Renfordt und „Möbel & mehr“ sowie dem Einzelhandel aufgebaut.
Mit einer Auflistung ihrer Aktivitäten zur Berufsvorbereitung der Schüler haben sich die beiden Pädagogen schriftlich bei der Jury für das Siegel beworben. „Es ist ein gutes Konzept, dass bei uns an der Schule auch gelebt wird“, so Müllenbach voller Stolz.
Nach der Bewerbung erhielt die Schule Besuch von der Jury, die sich vor Ort darüber überzeugen wollte, wie das Konzept umgesetzt wird, einschließlich eines Interviews mit der Schulleitung.
Hans-Jürgen Luhmann und Hans-Rudolf Müllenbach müssen einen starken Eindruck hinterlassen haben, denn der Brabeckschule wurde als einziger Förderschule in Iserlohn dieses Siegel verliehen. |